11. Industriezirkel
Masterplan Chemnitz/Südwestsachsen - Perspektive für die Industrie im Erzgebirge
Klare Impulse für den Masterplan und ein starkes Signal aus der Industrie
Am 28. Januar 2026 fand bei der WESKO GmbH in Stollberg der 11. Industriezirkel der IGA Industrie & Gewerbevereinigung Westerzgebirge e. V. statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Masterplan Chemnitz/Südwestsachsen und die Frage, welche Perspektiven und Anforderungen die Industrie im Erzgebirge in diesen Prozess einbringen muss, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.



Intensiver Dialog zwischen Industrie, Wirtschaftsförderung und Verwaltung
Der Industriezirkel bietet ein bewusst geschlossenes und vertrauliches Austauschformat, das einen offenen Dialog auf Geschäftsführerebene ermöglicht. Vertreterinnen und Vertreter regionaler Industrieunternehmen nutzten die Gelegenheit, ihre Erwartungen, Prioritäten und konkreten Bedarfe klar zu formulieren. Der intensive Austausch zwischen Ministerium, Wirtschaftsförderung und Unternehmerschaft machte zum 11. Industriezirkel deutlich, wie wichtig dieser direkte Dialog für die Ausgestaltung des Masterplans ist. Dabei wurde die Rolle der Industrie seitens der anwesenden Unternehmerschaft eingangs klar benannt:
„Die Industrieunternehmen sind das Rückgrat der sächsischen Wirtschaft. Wir schaffen für
unsere Mitarbeiter und deren Familien eine lebenswerte Region.“
Klare Worte und wichtige Einordnungen
In seinem Kurzreferat erläuterte Klaus Kühling, Referatsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, den aktuellen Stand zur Entwicklung des Masterplan Chemnitz/Südwestsachsen und ordnete die Rolle der Staatsregierung im Masterplanprozess ein. Dr. Peggy Kreller, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, machte anschließend die Bedeutung des Erzgebirges innerhalb der Gesamtregion deutlich und ergänzte den aktuellen Stand der Prozessarbeit durch klare Worte und hoher Praxisnähe. Diese Klarheit spiegelte sich auch in den Beiträgen der Industrie wider. So wurde offen angesprochen, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland deutlich verschlechtert haben:
„Deutschland hat die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Wirtschaften abgeschafft – wir müssen diese Entwicklung jetzt umkehren.“



Industrie bringt sich aktiv ein – mit klaren Botschaften
Im offenen anschließenden Diskurs wurde deutlich: Die Industrie im Westerzgebirge ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an Lösungen mitzuwirken. Zahlreiche Impulse, Statements und konkrete Einschätzungen machten sichtbar, wo aus Sicht der Unternehmen die Schwerpunkte liegen müssen. Ein zentraler Punkt war der Fokus auf Innovation:
„Innovation ist entscheidend – dort wird Geld verdient.“
Gleichzeitig wurde die besondere Struktur der Region als Stärke hervorgehoben:
„Unsere Superkraft ist die Kleinteiligkeit.“
Mehrfach wurde betont, dass das Erzgebirge bzw. die Region Chemnitz/Südwestsachsen das Potenzial hat, neue Wege zu gehen und Vorbild für andere Regionen zu sein:
„Wir können eine Pilotregion sein.“
Ein weiteres zentrales Zukunftsthema war die Fachkräftesicherung, die klar mit Bildung verknüpft wurde:
„Wir brauchen Bildung, Bildung, Bildung …“
Auch beim Thema Bürokratieabbau formulierten die Unternehmen konkrete Erwartungen und einen klaren Appell an die Region selbst:
„Beim Thema Bürokratieabbau sollten wir in unserer Region in den eigenen Verwaltungen anfangen.“
Referatsleiter Klaus Kühling aus Dresden und Geschäftsführerin Dr. Peggy Kreller konnten viele dieser klaren Botschaften und praxisnahen Impulse aufnehmen und für den weiteren Prozess des Masterplans in ihre Gremien mitnehmen. Klaus Kühling positionierte sich als Vertreter der Landesebene im Masterplanprozess klar und verbindlich gegenüber den anwesenden Industrieunternehmen und verwies dabei auch auf Grenzen eines Masterplans.



Starkes Signal für die weitere Zusammenarbeit
Zum Abschluss fasste Alexander Fuchs, Vereinsmanager der IGA, die zentralen Botschaften der Industrie zusammen. Das Fazit des Abends war eindeutig: Die Industrie wird sich auf Grundlage dieses konstruktiven Austauschs klar und aktiv am weiteren Masterplanprozess beteiligen. Der Industriezirkel hat damit nicht nur wichtige inhaltliche Impulse geliefert, sondern auch ein starkes Signal für eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung gesetzt.
Ein interessanter Unternehmensrundgang bei der WESKO GmbH rundete die Veranstaltung ab und bot praxisnahe Einblicke in moderne Fertigungsprozesse und industrielle Wertschöpfung im Erzgebirge.
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